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kill(1)                                                             kill(1)

NAME
     kill - Signale an Prozesse senden

SYNTAX
     kill [-s signal] prozessnummer ...                           Format 1a

     kill [-signalnr] prozessnummer ...                           Format 1b

     kill -s signal -- -gruppennummer ...                          Format 2

     kill -l [zahl]                                                Format 3

BESCHREIBUNG
     Das Kommando kill sendet ein Signal an eine durch die Prozeßnummer
     (PID) bestimmte Menge von Prozessen. Um die Prozeßnummer des Prozesses
     zu erfahren, an den Sie ein Signal senden wollen, verwenden Sie das
     Kommando ps(1).

OPTIONEN
   Format 1a: Signale an Prozesse senden (nur Korn- oder XPG4-Shell)

     kill [-s signal] prozessnummer ...

     -s signal
          Signal, das an die Prozesse gesendet werden soll. Sie geben
          signal als symbolischen Namen an. Ein symbolischer Name ist die
          Bezeichnung eines Signals entsprechend der Definition in der
          Include-Datei <sys/signal.h>; das Präfix SIG wird allerdings
          nicht angegeben. Zwischen Groß- und Kleinschreibung wird nicht
          unterschieden. Die Liste dieser Namen können Sie sich mit der
          Option -l ausgeben lassen. Für signal können Sie auch die Signal-
          nummer als Zahl angeben.

          Alle in der Include-Datei <sys/signal.h> definierten Signale kön-
          nen angegeben werden. Folgende Signale sind auf Kommando-Ebene
          von Bedeutung:
          __________________________________________________________________
         | Signal-Nr. |  Symb. Name |  Bedeutung                           |
         |____________|_____________|______________________________________|
         |      1     |  SIGHUP     |  Verbindung zum Terminal unterbrechen|
         |            |             |  (hangup)                            |
         |____________|_____________|______________________________________|
         |      2     |  SIGINT     |  Unterbrechen durch <DEL> (interrupt)|
         |____________|_____________|______________________________________|
         |      3     |  SIGQUIT    |  Abbrechen (quit)                    |
         |____________|_____________|______________________________________|
         |      9     |  SIGKILL    |  Unbedingter Prozeßabbruch (kill)    |
         |____________|_____________|______________________________________|
         |     15     |  SIGTERM    |  Programmbeendigung (software termi- |
         |            |             |  nation)                             |
         |____________|_____________|______________________________________|




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kill(1)                                                             kill(1)

          -s signal nicht angegeben:

          kill sendet das Signal SIGTERM(15) an die angegebenen Prozesse.
          Dadurch werden Prozesse, die dieses Signal nicht abfangen oder
          ignorieren, in der Regel abgebrochen.

          -s signal entspricht der alten Bourne-Shell-Option -signal (vgl.
          Format 1b und BEISPIELE), die weiterhin unterstützt wird.

     prozessnummer
          Nummer des Prozesses, an den Sie ein Signal senden wollen.

          Benutzer ohne Systemverwalterrechte können nur an eigene Prozesse
          Signale senden.

          Der Systemverwalter kann Signale an alle Prozesse senden.

          Die aktuellen Prozeßnummern gibt das Kommando ps aus.

          0 als Prozeßnummer bedeutet: Das angegebene Signal wird an alle
          Prozesse aus Ihrer Prozeßgruppe gesendet.

   Format 1b: Signale an Prozesse senden

     kill [-signalnr] prozessnummer ...

     Siehe Format 1a, wobei sich -signalnr wie -s signal verhält.

     Achtung:

     Das externe Kommando /usr/bin/kill entspricht dem kill-Kommando der
     Bourne-Shell, d. h. es erkennt nur die unter Format 1b angegebene Syn-
     tax.

   Format 2: Signale an Prozeßgruppen senden

     kill -s signal -- -gruppennummer ...

     -s signal
          Signal, das an die Prozesse einer Prozeßgruppe gesendet werden
          soll. Sie geben signal als symbolischen Namen an. Ein symboli-
          scher Name ist die Bezeichnung eines Signals entsprechend der
          Definition in der Include-Datei <sys/signal.h>; das Präfix SIG
          wird allerdings nicht angegeben. Die Liste dieser Namen können
          Sie sich mit der Option -l ausgeben lassen (siehe auch Format
          1a).

     --   Ende der Optionenliste. Die Angabe ist nötig, damit -gruppennum-
          mer nicht als Option fehlinterpretiert wird.





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kill(1)                                                             kill(1)

     -gruppennummer
          kill sendet das Signal an alle Prozesse der Prozeßgruppe gruppen-
          nummer.

          Benutzer ohne Systemverwalterrechte können nur an eigene Prozeß-
          gruppen Signale senden.

          Der Systemverwalter kann Signale an alle Prozeßgruppen senden.

          Wenn Sie für gruppennummer die Zahl 1 angeben, so wird signal an
          alle Prozesse gesendet, deren realer Benutzer gleich dem effekti-
          ven Benutzer des kill-Kommandos ist. Als privilegierter Benutzer
          senden Sie das Signal an alle Prozesse, mit Ausnahme bestimmter
          Systemprozesse.

   Format 3: Symbolische Signalnamen auflisten

     kill -l [zahl]

     -l   kill listet die symbolischen Signalnamen auf.

     zahl Entspricht zahl dem Endestatus eines Prozesses, der durch ein
          Signal abgebrochen wurde, so gibt kill den symbolischen Namen
          dieses Signals aus. Trifft dies nicht zu und entspricht zahl
          einer Signalnummer, so gibt kill den symbolischen Namen des Sig-
          nals aus.

FEHLERMELDUNGEN
     no such process

     Sie haben für prozessnummer einen ungültigen Wert angegeben.

     no such process group

     Sie haben für gruppennummer einen ungültigen Wert angegeben.

INTERNATIONALE UMGEBUNG
     Die Umgebungsvariable LCMESSAGES bestimmt die Sprache der Meldungs-
     texte. Wenn LCMESSAGES nicht oder als leere Zeichenkette definiert
     ist, wird der Wert von LANG als Standardwert herangezogen. Ist auch
     LANG nicht oder als leere Zeichenkette definiert, verhält sich das
     System so, als wäre es nicht internationalisiert.

BEISPIELE
     Beispiel 1a (nur Korn- oder XPG4-Shell)

     Der Prozeß mit der Nummer 312 wird durch das Signal SIGKILL(9) been-
     det:

     $ kill -s KILL 312 oder $ kill -s 9 312




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kill(1)                                                             kill(1)

     Beispiel 1b

     Der Prozeß mit der Nummer 312 wird durch das Signal SIGKILL(9) been-
     det:

     $ kill -9 312

     Beispiel 2

     Die im Hintergrund laufenden find-Kommandos werden durch das an die
     Nummer ihrer Prozeßgruppe gesendete Signal SIGTERM(15) beendet. Die
     Shell (sh), die zu der gleichen Prozeßgruppe gehört, ignoriert stan-
     dardmäßig das Signal SIGTERM.

     $ ps
        PID  PGID   SID TTY      TIME COMD
      13320 13278 13278 tty004   0:08 find
      13324 13278 13278 tty004   0:00 ps
      13278 13278 13278 tty004   0:01 sh
      13322 13278 13278 tty004   0:04 find

     $ kill -s TERM -- -13278

     $ ps
        PID  PGID   SID TTY      TIME COMD
      13336 13278 13278 tty004   0:00 ps
      13278 13278 13278 tty004   0:01 sh
     13320 Terminated
     13322 Terminated

HINWEISE
     kill existiert sowohl als externes Kommando (/usr/bin/kill) als auch
     als eingebautes Shell-Kommando (Built-in), und zwar sowohl der Korn-
     Shell ksh(1) wie auch der Bourne-Shell sh(1). Für die Ausführung von
     /usr/bin/kill erzeugt die Shell einen neuen Prozeß.

DATEIEN
     <sys/signal.h>
          Include-Datei, in der die symbolischen Namen der Signale defi-
          niert sind.

SIEHE AUCH
     ksh(1), ps(1), sh(1), trap(1), xpg4sh(1), kill(2), signal(2),
     signal(5).










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