quickdd(1M) quickdd(1M)
NAME
quickdd - Eine Datei kopieren
SYNTAX
quickdd [options ...]
BESCHREIBUNG
quickdd ist eine schnelle Version von dd(1). Dieses Kommando erzeugt
einen Lese- und einen Schreibprozeß und erreicht dadurch einen schnel-
len Datentransfer. Dieses Dienstprogramm hat dieselbe Syntax wie dd,
unterstützt aber keine Datenkonvertierungen. Die für die beiden Pro-
zesse übertragenen Daten werden in einem großen Ringpuffer im gemein-
sam benutzten Speicher gehalten. Die Prozeßsynchronisation erfolgt
mittels IPC-Semaphoren (IPC = InterProcess Communication).
Standardmäßig werden die Standardeingabe und Standardausgabe verwen-
det. Die Blockgrößen für Eingabe und Ausgabe können so festgelegt wer-
den, daß eine physische Ein-/Ausgabe im Raw-Modus möglich ist.
OPTIONEN
if=file Name der Eingabedatei; standardmäßig die Standardeingabe.
of=file Name der Ausgabedatei; standardmäßig die Standardausgabe.
ibs=n Eingabe-Blocklänge ist n Bytes (Standardwert 32768).
obs=n Ausgabe-Blocklänge ist n Bytes (Standardwert 32768).
bs=n Die Blocklänge für Eingabe und Ausgabe festlegen und damit
ibs und obs außer Kraft setzen.
skip=n Überspringt vor dem Kopieren n Eingabeblöcke (sinnvoll bei
Magnetbändern, bei denen iseek nicht definiert ist).
iseek=n Positioniert vor dem Kopieren n Blöcke am Anfang der Einga-
bedatei (sinnvoll bei Plattendateien, bei denen skip extrem
langsam sein kann).
oseek=n Positioniert vor dem Kopieren n Blöcke ab Anfang der Ausga-
bedatei.
seek=n Identisch mit oseek; wegen der Abwärtskompatibilität beibe-
halten.
count=n Kopiert nur n Eingabeblöcke.
conv=sync Füllt alle Eingabeblöcke auf ibs auf, sofern ibs gleich obs
ist. Es werden keine anderen Konvertierungen unterstützt.
Längenangaben müssen in Bytes erfolgen. Ein k, b oder w hinter einer
Zahl bedeutet Multiplikation mit 1024, 512 bzw. 2. Wenn zwischen zwei
Zahlen ein x steht, bedeutet dies Multiplikation.
Seite 1 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
quickdd(1M) quickdd(1M)
Nach Beendigung meldet quickdd die Anzahl der ganzen Blöcke und Teil-
blöcke, die Anzahl der übertragenen Bytes und die Transferrate in
Kbyte/s für Eingabe und Ausgabe. Die Transferraten werden ohne Berück-
sichtigung der Lese- und Schreibprozesse gemessen und schließen bei
allen Lese- und Schreibvorgängen die abgelaufene Zeit ein.
HINWEISE
quickdd darf nicht zum Kopieren von Dateien zwischen Dateisystemen mit
verschiedenen Blocklängen verwendet werden. Die beste Leistung hängt
vom Typ des Geräts im Raw-Modus ab und wird bei Blocklängen zwischen 8
und 12 Kbyte erreicht.
Wird zum Kopieren einer Datei ein blockorientiertes Gerät verwendet,
so werden der Datei zusätzliche Null-Zeichen hinzugefügt, um den letz-
ten Block bis zur Blockgrenze aufzufüllen.
ibs und obs können verschieden sein, quickdd meldet jedoch einen Feh-
ler, wenn einer dieser Werte nicht durch 4 teilbar ist.
Da IPC-Ressourcen verwendet werden (gemeinsam benutzter Speicher und
Semaphoren), werden diese Ressourcen beim Beenden von quickdd mit dem
Signal SIGKILL nicht entfernt. In diesem Fall müssen diese Ressourcen
mit ipcrm entfernt werden.
DIAGNOSE
f+p records in(out) t bytes tr kB/s
Anzahl der ganzen und der Teilblöcke, die gelesen (geschrieben) wur-
den, Gesamtzahl der Bytes und die Transferrate.
Beispiel:
1000+0 records in, 8192000 bytes 171.67kB/s
1000+0 records out, 8192000 bytes 233.24kB/s
SIEHE AUCH
cp(1), dd(1), ipcrm(1).
Seite 2 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98