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inittab(4)                                                       inittab(4)

NAME
     inittab - Skript für init

BESCHREIBUNG
     Die Datei /etc/inittab steuert das Prozeß-Scheduling durch init. Bei
     den Prozessen, die von init zeitgesteuert werden, handelt es sich im
     Normalfall um Dämon-Prozesse.

     Die Datei inittab enthält eine Reihe von Einträgen mit positionsabhän-
     giger Bedeutung und folgendem Format:

          id:rstate:action:process

     Jeder Eintrag wird durch ein Zeilenendezeichen abgeschlossen; soll ein
     Eintrag in der nächsten Zeile fortgesetzt werden, so muß dem Zeilenen-
     dezeichen ein Gegenschrägstrich (\) vorangestellt werden. Ein Eintrag
     darf maximal 512 Zeichen enthalten. Im Feld process können mit # Kom-
     mentare angehängt werden.

     Ein Eintrag besteht aus folgenden Feldern:

     id        Eine ein- oder zweistellige Zeichenkette zur eindeutigen
               Kennzeichnung eines Eintrags.

     rstate    Hiermit wird der Betriebszustand definiert, in dem der Ein-
               trag verarbeitet werden soll. Ein Betriebszustand entspricht
               letztendlich einer bestimmten Konstellation von Prozessen
               innerhalb des Systems. Somit sind jedem durch init erzeugten
               Prozeß ein oder mehrere Betriebszustände zugeordnet, in
               denen er aktiv sein darf. Den verschiedenen Betriebszustän-
               den sind Nummern in Bereich 0 bis 6 zugeordnet. Wenn das
               System sich somit im Betriebszustand 1 befindet, werden
               lediglich diejenigen Einträge verarbeitet, die im Feld
               rstate den Wert 1 enthalten. Wenn init die Aufforderung zum
               Wechsel des Betriebszustands empfängt, wird an sämtliche
               Prozesse, deren rstate-Feld keinen Wert für den anvisierten
               Betriebszustand enthält, das Warnsignal SIGTERM übermittelt;
               daraufhin erhalten sie eine Galgenfrist von fünf Sekunden,
               bevor sie "gewaltsam" durch das Abbruchsignal SIGKILL been-
               det werden. Im Feld rstate können für einen Prozeß mehrere
               Betriebszustände definiert sein; dafür werden zwei oder mehr
               Betriebszustände von 0 bis 6 in beliebiger Kombination ange-
               geben. Wird kein Betriebszustand angegeben, wird davon aus-
               gegangen, daß der Prozeß in sämtlichen möglichen Betriebszu-
               ständen (0 bis 6) aktiv sein darf. Im Feld rstate dürfen
               zusätzlich die Werte a, b und c enthalten sein, obwohl es
               sich hierbei nicht um echte Betriebszustände handelt. Ent-
               hält ein Eintrag diese Zeichen im Feld rstate, so wird er
               nur dann verarbeitet, wenn ein init- oder telinit-Prozeß
               seine Ausführung anfordert (unabhängig vom aktuellen
               Betriebszustand des Systems). Nähere Informationen hierzu
               finden Sie unter init(1M). Der Unterschied zwischen diesen



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inittab(4)                                                       inittab(4)

               Zeichen und echten Betriebszuständen besteht darin, daß init
               die Betriebszustände a, b oder c auf keinen Fall aufrufen
               kann. Außerdem findet durch eine Anforderung zur Ausführung
               eines dieser Prozesse kein Wechsel des aktuellen Betriebszu-
               stands statt. Ein weiterer Unterschied besteht darin, daß
               ein durch a, b oder c aufgerufener Prozeß beim Wechsel des
               Betriebszustands durch init nicht abgebrochen wird. Ein der-
               artiger Prozeß wird nur abgebrochen, wenn seine Zeile in der
               Datei inittab im Feld action mit off gekennzeichnet ist,
               seine Zeile aus inittab gelöscht wird oder init in den Ein-
               benutzerbetrieb wechselt.

     action    Die Schlüsselwörter in diesem Feld informieren init darüber,
               wie der im Feld process angegebene Prozeß verarbeitet werden
               soll. init erkennt folgende Zeichenketten im Feld action:

               respawn        Wenn der Prozeß nicht aktiv ist, soll er
                              gestartet werden; es soll nicht auf seine
                              Beendigung gewartet werden (Datei inittab
                              weiterhin abarbeiten); wenn der Prozeß been-
                              det wird, soll er neu gestartet werden. Wenn
                              der Prozeß bereits aktiv sind, soll nichts
                              geschehen und die Datei inittab weiterhin
                              abgearbeitet werden.

               wait           Sobald init in den Betriebszustand wechselt,
                              der zum Feld rstate des Eintrags paßt, soll
                              der Prozeß gestartet und auf seine Beendigung
                              gewartet werden. Bei sämtlichen nachfolgenden
                              Lesezugriffen auf die Datei inittab während
                              des aktuellen Betriebszustands soll init die-
                              sen Eintrag ignorieren.

               once           Wenn init in einen Betriebszustand wechselt,
                              der zum rstate-Feld des Eintrags paßt, soll
                              nicht auf die Beendigung des Prozesses gewar-
                              tet werden. Der Prozeß soll nach seiner Been-
                              digung nicht neu gestartet werden. Wenn init
                              in einen neuen Betriebszustand wechselt und
                              der Prozeß bereits bei einem früheren Wechsel
                              des Betriebssystems aktiviert wurde und noch
                              aktiv ist, wird das Programm nicht neu
                              gestartet.

               boot           Dieser Eintrag soll nur verarbeitet werden,
                              während init die Datei inittab beim Laden des
                              Systems liest. init soll den Prozeß starten
                              und nicht auf seine Beendigung warten. Der
                              Prozeß soll nach seiner Beendigung nicht neu
                              gestartet werden. Diese Anweisung macht nur
                              Sinn, wenn das Feld rstate entweder den Stan-
                              dardwert enthält oder sein Inhalt zum


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inittab(4)                                                       inittab(4)

                              Betriebszustand von init beim Laden des
                              Systems paßt. Diese Aktion ist für eine
                              Initialisierungsfunktion von Nutzen, die nach
                              dem Aus- und Einschalten des Rechners aufge-
                              rufen werden soll.

               bootwait       Dieser Eintrag soll abgearbeitet werden, wenn
                              init zum ersten Mal nach dem Laden des
                              Systems vom Einbenutzer- in den Mehrbenutzer-
                              betrieb wechselt (wenn initdefault auf 2
                              gesetzt ist, wird der Prozeß unmittelbar nach
                              dem Neuladen aufgerufen). init startet den
                              Prozeß, wartet auf seine Beendigung und star-
                              tet den Prozeß nicht erneut nach seiner Been-
                              digung.

               powerfail      Der diesem Eintrag zugeordnete Prozeß wird
                              nur dann aufgerufen, wenn init das Stromaus-
                              fall-Signal SIGPWR empfängt [siehe
                              signal(2)].

               powerwait      Der diesem Eintrag zugeordnete Prozeß wird
                              nur dann aufgerufen, wenn init das Stromaus-
                              fall-Signal SIGPWR empfängt; die Verarbeitung
                              von inittab wird erst nach der Beendigung des
                              Prozesses fortgesetzt.

               off            Wenn der diesem Eintrag zugeordnete Prozeß
                              aktuell aktiv ist, soll das Warnsignal SIG-
                              TERM abgeschickt werden und der Prozeß nach
                              einer Frist von fünf Sekunden mit dem
                              Abbruchsignal SIGKILL beendet werden. Wenn
                              der Prozeß nicht aktiv ist, soll der Eintrag
                              ignoriert werden.

               ondemand       Diese Anweisung entspricht der Aktion
                              respawn. Sie hat exakt dieselbe Funktion wie
                              respawn, hat aber ein anderes Schlüsselwort,
                              damit sie nicht versehentlich im Zusammenhang
                              mit Betriebszuständen benutzt wird. Diese
                              Anweisung wird nur benutzt, wenn im Feld
                              rstate der Wert a, b oder c enthalten ist.

               initdefault    Ein Eintrag mit dieser Aktion wird nur unmit-
                              telbar nach dem Aufrufen von init abgearbei-
                              tet. Anhand dieses Eintrags bestimmt init
                              gegebenenfalls den Betriebszustand, der zu
                              Beginn aufgerufen werden soll. Hierzu ermit-
                              telt es den höchsten Betriebszustand, der im
                              Feld rstate angegeben ist, und ruft ihn auf.
                              Wenn das Feld rstate keinen Wert enthält,
                              wird dies mit 0123456 gleichgesetzt, d. h.


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inittab(4)                                                       inittab(4)

                              init ruft den Betriebszustand 0 auf, mit dem
                              Ergebnis, daß sich das System ausschaltet.
                              Wenn es keinen initdefault-Eintrag in inittab
                              findet, fordert init den Benutzer beim Neula-
                              den des Systems zur Angabe des anfänglichen
                              Betriebszustands auf.

               sysinit        Einträge dieses Typs werden abgearbeitet,
                              bevor init auf die Konsole zuzugreifen ver-
                              sucht (d. h. vor dem Prompt Console Login:).
                              Dieser Eintrag sollte möglichst nur zur
                              Initialisierung von Geräten benutzt werden,
                              auf denen init möglicherweise die Aufforde-
                              rung zur Angabe des Betriebszustands ausgeben
                              könnte. Diese Einträge werden abgearbeitet;
                              das Laden des Systems wird erst nach beende-
                              ter Abarbeitung dieser Einträge fortgesetzt.

     process   Hierbei handelt es sich um ein Kommando, das ausgeführt wer-
               den soll. Das ganze process-Feld wird mit dem Präfix exec
               versehen und an einen neu erzeugten sh-Prozeß als
               sh -c 'exec command' übergeben. Somit kann im Feld process
               ein beliebiges sh-Kommando mit zulässiger Syntax enthalten
               sein.

               Es können Kommentare an den Prozeß-Eintrag angehängt werden,
               die mit # eingeleitet werden.

               Es können maximal 2500 Prozesse eingetragen werden.

SIEHE AUCH
     who(1), init(1M), ttymon(1M), exec(2), open(2), signal(2).






















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