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bootp(8)                                                           bootp(8)

NAME
     bootp, bootpgw, in.bootp, in.bootpgw - Internet-Boot-Protokoll-
     Server/Gateway

SYNTAX
     in.bootp [-i -s -t timeout -d level -c chdir-path] [bootptab
              [dumpfile]]

     in.bootpgw [-i -s -t timeout -d level] server

BESCHREIBUNG
     in.bootp implementiert einen Internet-Bootstrap-Protokoll-Server
     (BOOTP) gemäß den Angaben unter RFC951, RFC1532 und RFC1533.
     in.bootpgw implementiert einen einfachen BOOTP-Gateway, mit dem man
     Anforderungen und Antworten zwischen Client-Rechnern auf einem Subnetz
     und einem BOOTP-Server (in.bootp) auf einem anderen Subnetz hin- und
     herschicken kann. Mit beiden Kommandos kann man BOOTREPLY-Pakete wei-
     terleiten, BOOTREQUEST-Pakete aber nur mit in.bootpgw.

     Im allgemeinen wird mit dem Dämon-Prozeß inetd entweder in.bootp oder
     in.bootpgw in die Konfiguration aufgenommen. Dazu muß die Datei
     /etc/inet/inetd.conf eine der folgenden Zeilen enthalten:

          bootp dgram udp wait root /usr/sbin/in.bootp in.bootp
          bootp dgram udp wait root /usr/sbin/in.bootpgw in.bootpgw server

     Diesen Betriebsmodus bezeichnet man als inetd-Modus. in.bootp und
     in.bootpgw werden darin nur gestartet, wenn ein BOOTP-Auftrag Rechner
     eintrifft. Wenn 15 Minuten nach dem Vorgängerpaket kein weiteres Paket
     eingegangen ist, schaltet sich der Server automatisch ab, um Betriebs-
     mittel zu sparen. Mit der Option -t kann die Zeitdauer eingestellt
     werden (siehe die Beschreibung der Optionen unten).

     Sie können in.bootp bzw. in.bootpgw auch unabhängig von dem inetd-
     Dämon wie jedes andere Kommando von der Shell aus aufrufen. Die unab-
     hängige Variante (Standalone-Modus) eignet sich besonders dann, wenn
     in.bootp zusammen mit einer großen Konfigurationsdatenbank benutzt
     wird, da hier die zum Starten benötigte Zeit die rechtzeitige Beant-
     wortung von Anforderungen der Client-Rechner verhindern könnte. (Sie
     können den unabhängigen Betrieb z. B. automatisch starten, indem Sie
     das Kommando in.bootp in die Datei /etc/rc2d/s69inet aufnehmen.) Für
     das Kommando in.bootpgw ist der unabhängige Betrieb nicht sinnvoll.
     Die beim Starten verursachte Verzögerung ist hier gering, da keine
     Konfigurationsdatei gelesen wird.

     Beide Programme erkennen automatisch, ob sie vom inetd-Dämon oder von
     der Shell aus aufgerufen wurden und wählen den entsprechenden Modus.
     Mit der Option -s oder -i können Sie den Standalone- bzw. inetd-Modus
     erzwingen (siehe die Beschreibung der Optionen unten).






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bootp(8)                                                           bootp(8)

OPTIONEN
     -t timeout
          Anzahl der Minuten, die ein in.bootp- oder in.bootpgw-Prozeß auf
          ein BOOTP-Paket wartet, bevor er sich ausschaltet. Wenn für
          timeout Minuten keine Pakete eintreffen, beendet sich das Pro-
          gramm. Wird für timeout der Wert 0 angegeben, läuft das Programm
          endlos. Im unabhängigen (standalone) Betrieb, wird diese Option
          automatisch auf 0 gesetzt.

     -d debug-level
          Variable, die die Anzahl der erzeugten Debug-Meldungen steuert.
          -d4 oder -d 4 ergibt eine Debug-Stufe von 4. Um mit älteren Ver-
          sionen von in.bootp kompatibel zu sein, wird beim Weglassen des
          numerischen Parameters (d. h. nur -d) die Debug-Stufe um eins
          erhöht.

     -c chdir-path
          Arbeitsverzeichnis, in dem in.bootp überprüft, ob die Boot-
          Dateien des Client-Rechners vorhanden sind und welche Größe sie
          haben. Diese Angabe ist sinnvoll, wenn die Boot-Dateien als rela-
          tive Pfadnamen angegeben wurden und in.bootp dasselbe Arbeitsver-
          zeichnis benutzen muß wie der TFTP-Server (im allgemeinen
          /tftpboot). Diese Option ist unter in.bootpgw nicht bekannt.

     -i   Erzwungener inetd-Modus. Diese Option ist nicht mehr gültig, wird
          aber aus Gründen der Kompatibilität mit älteren Versionen von
          in.bootp beibehalten.

     -s   Erzwungene unabhängige (standalone) Betriebsart. Diese Option ist
          nicht mehr gültig, wird aber aus Gründen der Kompatibilität mit
          älteren Versionen von in.bootp beibehalten.

     bootptab
          Name der Konfigurationsdatei, aus der in.bootp die Datenbank mit
          den bekannten Client-Rechnern und -Optionen lädt (gilt nur für
          in.bootp).

     dumpfile
          Name der Datei, in der in.bootp einen Abzug seiner aktuellen
          Datenbasis erzeugt, sobald ein SIGUSR1-Signal eingeht (gilt nur
          für in.bootp).

     server
          Name des BOOTP-Servers, an den in.bootpgw alle eingegangenen
          BOOTREQUEST-Pakete schickt (gilt nur für in.bootpgw).









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bootp(8)                                                           bootp(8)

EINSATZ
     in.bootp und in.bootpgw warten gleichermaßen auf Pakete, die an den
     Port bootp gehen. Sie schicken beide BOOTREPLY-Pakete, unterscheiden
     sich aber in der Handhabung von BOOTREQUEST-Paketen.

     in.bootpgw ermittelt beim Start selbst die Adresse eines BOOTP-
     Servers, dessen Name als Parameter in der Kommnadozeile eingegeben
     wird. Wenn in.bootpgw ein BOOTREQUEST-Paket erhält, setzt es die Fel-
     der gateway address und hop count in dem Paket und schickt es an den
     BOOTP-Server, der die zuvor ermittelte Adresse hat. Anforderungen wer-
     den nur geschickt, wenn sich herausstellt, daß der Client-Rechner
     wenigstens 3 Sekunden gewartet hat.

     in.bootp liest beim Starten die Konfigurationsdatei (normalerweise
     /etc/inet/bootptab), die die interne Datenbank bekannter Client-
     Rechner und -Optionen initialisiert. Diese interne Datenbank wird aus
     der Konfigurationsdatei nachgeladen, wenn in.bootp ein SIGHUP-Signal
     erhält oder sich herausstellt, daß die Konfigurationsdatei geändert
     worden ist.

     Wenn in.bootp ein BOOTREQUEST-Paket erhält, versucht es einen Daten-
     bankeintrag zu finden, der den Anforderungen des Client-Rechners ent-
     spricht. Ist der Client-Rechner bekannt, stellt in.bootp aus dem
     Datenbankeintrag ein BOOTREPLY-Paket her und schickt die Anwort an den
     Client-Rechner (evtl. mit Hilfe eines Gateways). Ist der Client-
     Rechner unbekannt, wird die Anforderung abgelehnt (mit einer Nach-
     richt, wenn die Debug-Stufe > 0 ist).

     Wenn in.bootp das Signal SIGUSR1 erhält, erzeugt es einen Abzug der
     internen Datenbank in der Datei /etc/inet/bootpd.dump oder in der
     Dump-Datei, die in der Kommandozeile angegeben wurde.

     Während der Initialisierungsphase ermitteln beide Programme die UDP-
     Portnummern, die benutzt werden sollen, mit Hilfe von
     getservbyname(3N) (normalerweise in /etc/services). Es gibt zwei
     Service-Namen (und Portnummern):

          bootp - Warte-Port des BOOTP-Server

          bootpc - Ziel-Port des BOOTP-Client-Rechners

     Wenn die Portnummern nicht mit Hilfe von getservbyname ermittelt wer-
     den können, ist der Standardwert für bootp=67 und für bootpc=68.











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bootp(8)                                                           bootp(8)

HINWEISE
     Ein Rechnereintrag darf jeweils 2048 Zeichen nicht überschreiten.

DATEIEN
     /etc/inet/bootptab            Datenbankdatei, die in.bootp liest

     /etc/inet/bootpd.dump         Von in.bootp erstellte Dump-Datei für
                                   Debugging

     /etc/services                 Internet-Service-Nummer

     /tftpboot                     Arbeitsverzeichnis des TFTP-Servers und
                                   von in.bootp

SIEHE AUCH
     inetd(1M), tftpd(1M), bootptab(5).

LITERATUR
     DARPA Internet Request For Comments:

     RFC951 - Bootstrap Protocol

     RFC1532 - Clarifications and Extensions for the Bootstrap Protocol

     RFC1533 - DHCP Options and BOOTP Vendor Extensions





























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