dkmap(8) dkmap(8)
NAME
dkmap - Plattenbelegungstabelle ausgeben
SYNTAX
dkmap [-F vfstab] [-V dktab] [-bdiq] [-t afsruv]
[ physical-block-device ...]
dkmap [-F vfstab] [-V dktab] [-bdiq] [-a]
dkmap [-F vfstab] [-V dktab] [-bdiq] [-a] [physical-block-device]
dkmap [-F vfstab] [-V dktab] [-bdiq] [-a]
[physical-block-device length]
dkmap [-F vfstab] [-V dktab] [-bdiq] [-a]
[physical-block-device length offset]
BESCHREIBUNG
Das Kommando dkmap generiert eine Plattenbelegungstabelle für alle
angeschlossenen Plattenlaufwerke (autoconf(8)). Die Art der Belegung
wird der Datei /etc/vfstab entnommen. Dieses Werkzeug gibt dem Verwal-
ter eine vollständige Übersicht über die Belegung der Platte; in dieser
Übersicht sind die Kapazität und die Belegung sämtlicher physischer
Platten enthalten, unabhängig davon, ob sie als virtuelle Platten,
Dateisysteme, Swap-Bereiche oder durch Anwendungen genutzt werden. Zu-
sätzlich überprüft dkmap, ob es Überlagerungen zwischen genutzten Par-
titionen gibt und gibt gegebenenfalls die entsprechenden Warnungen aus.
Über dkmap kann man sich nicht nur darüber informieren, wo auf der
Platte noch Platz frei ist, sondern es kann auch vorbeugend benutzt
werden: Indem dkmap vor dem Kommando mount(1M), newfs(1M), mkfs(1M)
oder swap(1M) aufgerufen wird, kann man sicherstellen, daß nicht
bereits genutzter Platz auf der Platte versehentlich durch die geplan-
ten Änderungen überschrieben wird.
Wird eine Partition oder virtuelle Platte nicht für Dateisysteme, son-
dern über die Raw-Geräteschnittstelle genutzt, muß hierfür ein Eintrag
in vfstab erfolgen. In das Feld fstype wird die Zeichenkette raw ein-
getragen. Bei fehlendem Eintrag wird diese Partition bzw. virtuelle
Platte als verfügbar (Available) angezeigt. Zudem ist es möglich, im
Feld fstype eines vfstab-Eintrags die Zeichenkette avail einzutragen,
was bedeutet, daß die Partition verfügbar ist.
Zu beachten ist außerdem, daß es sich bei den Zeichenketten in den
Feldern fstype und mountpoint eines vfstab-Eintrags nicht unbedingt um
den Namen eines vorhandenen Dateisystems oder eine der oben aufgeführ-
ten, speziellen Zeichenketten handeln muß. Ein Systemverwalter kann
die Nutzung des Platzes auf der Platte in diesen Feldern präziser
beschreiben, als es mit der generischen Zeichenkette raw möglich ist.
Wenn eine Partition beispielsweise von einer Personaldatenbank belegt
ist, kann der Systemverwalter die Felder fstype und mountpoint z. B.
auf databasename bzw. personal setzen.
Seite 1 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
dkmap(8) dkmap(8)
OPTIONEN
-F Statt der Systemdatei /etc/vfstab die angegebene Datei benutzen.
-V Statt der Systemdatei zum Spezifizieren der virtuellen Platte
(/etc/dktab) die angegebene Datei benutzen.
-d Zeigt für alle Partitionen den Offset des ersten und letzten
Blocks an. Der erste und letzte Block jeder Partition wird im
Normalfall nur ausgegeben, wenn es Probleme mit der Nutzung gibt
oder die Partition frei ist.
-b Zeigt ebenfalls den ersten und letzten Block jeder Partition an,
allerdings als Offsets relativ zur angegebenen Partition. Beach-
ten Sie bitte, daß diese Option bei Überlagerungen zwischen Par-
titionen ignoriert werden kann (in diesem Fall werden die
Platten-Offsets für die betreffenden Blockbereiche angezeigt).
-i Größenangaben vom Kern und anderen Quellen ignorieren. Diese
Option ist besonders bei einer umfassenden Neuorganisation der
Platte von Nutzen, da Warnmeldungen, beispielsweise über unter-
schiedliche Dateisystemgrößen auf der alten bzw. der neuen
Platte, unterdrückt werden.
-q Es sollen keine Diagnosemeldungen ausgegeben werden.
-t Selektive Ausgabe der Benutzungsarten.
a Freie Blockbereiche ausgeben.
f Anzeige der Blockbereiche, die von Dateisystemen belegt
sind.
r Anzeige der Blockbereiche, die als Raw-Platte benutzt wer-
den.
s Anzeige der Blockbereiche, die zum Auslagern benutzt werden.
u Anzeige der Blockbereiche, die nicht genutzt werden können
(siehe unten).
v Anzeige der Blockbereiche, die als Teile einer virtuellen
Platte genutzt werden.
-a Diese Option gilt für ein Parsing-Programm, d. h. es erfolgt eine
minimale und unformatierte Ausgabe.
Bei Angabe von null, einem oder zwei Argumenten folgende Ausgabe
erzeugen:
blkspecial=NNN
offset=NNN
length=NNN
Seite 2 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
dkmap(8) dkmap(8)
Dabei bezeichnet blkspecial den Namen des logischen Laufwerks mit
dem größten verfügbaren Plattenblockbereich auf diesem Laufwerk,
offset den Offset des ersten verfügbaren Blocks und length die
Anzahl der in dieser Partition verfügbaren Blöcke.
Ohne Angabe von Argumenten wird die vorstehende Beschreibung für
jedes Laufwerk mit verfügbarem Platz ausgegeben. Wird lediglich
das physische blockorientierte Gerät angegeben, gilt die Angabe
nur für dieses Gerät. Wird das physische blockorientierte Gerät
und die Länge angegeben, gilt die Angabe für den ersten verfügba-
ren Blockbereich, der entsprechend viele Blöcke aufnehmen kann.
Hinweis: Die Angabe kann sich von der anderer Formen dieser
Option unterscheiden.
Bei Angabe des physischen blockorientierten Bereichs, der Länge
und des Offsets überprüft dkmap, ob die Nutzung dieses Blockbe-
reichs zu Überschneidungen auf der Platte führt. dkmap zeigt
nicht das vorstehende Format, sondern benutzt das unten beschrie-
bene Ausgabeformat. Wird keine Ausgabe gewünscht (sondern nur der
Endecode), ist die Option -q zu verwenden.
Wurde die Option -a nicht angegeben und sind Pfadnamenargumente
vorhanden, ist die Anzeige auf die angegebenen Platten
beschränkt. Hinweis: dkmap überprüft in jedem Fall sämtliche Par-
titionen und vorgefundenen virtuellen Platten und stellt die
jeweilige Belegung fest. Dies kann bei nicht angegebenen Platten
zu Warnmeldungen führen.
Die Option -D wird nur im Rahmen der Fehlersuche verwendet.
DIAGNOSE
Wird die Option -a gesetzt, ist der Endewert 0 oder 1. Dies hängt
davon ab, ob 1) die angegebene Belegung dem System ohne Überschneidun-
gen oder Inkonsistenzen hinzugefügt werden kann und ob 2) je nach Zahl
der Argumente eine Partition mit verfügbarem Platz gefunden wurde. Ist
die Option -a nicht angegeben, wird dkmap mit einem Wert beendet, der
durch die bitweise logische ODER-Verknüpfung der folgenden Werte
gebildet wird:
Seite 3 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
dkmap(8) dkmap(8)
1 = Ein Teil des Platzes auf der Platte wird nicht genutzt und steht
somit zur Verfügung.
2 = Auf der Platte wird Platz doppelt genutzt.
4 = Es gibt wenigstens eine Partition mit zweifelhafter Belegung oder
wenigstens eine virtuelle Platte mit zweifelhafter Konfiguration.
8 = Es ist ein schwerer Fehler aufgetreten.
Ist die Option -a angegeben, entspricht der Endewert nur den angegebe-
nen Platten. Ansonsten entspricht er allen dem System bekannten Plat-
ten.
AUSGABE
Die Informationen in der Ausgabe von dkmap sind nach den physischen
Platten in verschiedene Kategorien eingeteilt. Darauf folgen die vir-
tuellen Platten mit ihrer Belegung. Die Beschreibungen der physischen
Platten haben folgendes Format:
diskdkname (sizeofdiskin Mb):
flags partitionpathname blockrange usage
...
Die Beschreibungen der virtuellen Platten haben folgendes Format:
flags vdiskdkname blockrange usage
Die Informationen bei flags haben die folgende Bedeutung und werden in
jedem Fall in der folgenden Reihenfolge ausgegeben:
? Die Partitionsgröße bzw. -nutzung ist nicht eindeutig
! Die Partition wird bereits genutzt
* Die Partition ist in /etc/vfstab als frei gekennzeichnet, aber
dkmap stellte ihre Belegung fest
@ Die Partition hat die Größe Null
~ Der Blockbereich stellt lediglich einen Teil der Partition dar
blockrange
Der erste und letzte Block-Offset des Blockbereichs; hierbei kann
es sich entweder um einen absoluten Platten-Offset oder einen zum
Bereich relativen Offset handeln (wird möglicherweise nicht immer
angezeigt)
Seite 4 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
dkmap(8) dkmap(8)
usage kann eines der folgenden Formate haben:
AVAILABLE (numberofblocks blks)
INACCESSIBLE (numberofblocks blks)
FSType:mountpoint
vdiskname: piece vdiskpiecenumber
<usage> z. B. <raw> oder <swap>
Auf als INACCESSIBLE angegebene Blockbereiche kann nicht durch die
Angabe einer Partition zugegriffen werden. Der Grund dafür ist im Nor-
malfall, daß der Benutzer bei dkpart(8) eine unkorrekte Platteneintei-
lung angegeben hat oder die Platte nicht korrekt konfiguriert ist.
Obwohl das System nicht auf die Blöcke zugreifen kann, stellen sie
kein Problem dar und können ignoriert werden. (Dies führt zu einer
Verringerung der verfügbaren Partition.)
HINWEISE
Mit dkmap sollen Überschneidungen oder Fehlkonfigurationen von Parti-
tionen laut /etc/vfstab festgestellt werden. Es handelt sich um eine
vorbeugende Empfehlung für den Verwalter. Besser ist jedoch eine
Implementierung auf Kernbasis, bei der die Belegung von Partitionen
rigoros durchgesetzt wird und Überschneidungen unzulässig sind.
Die Datei /etc/vfstab stellt die offizielle Quelle für Informationen
über die Plattenbelegung dar. Daher muß die Vollständigkeit der Datei
/etc/vfstab jederzeit sichergestellt sein. Dies ist besonders dann von
Bedeutung, wenn die Plattenkapazität nur durch die Raw-Geräteschnitt-
stelle genutzt wird.
dkmap kann erst eingesetzt werden, wenn eine in /etc/vfstab eingetra-
gene virtuelle Platte auch in /etc/dktab beschrieben ist.
Bei der Benutzung von virtuellen Platten stellt die Datei /etc/dktab
die offizielle Quelle für Informationen über die Konfiguration virtu-
eller Platten dar. Daher muß die Integrität der Datei /etc/dktab
jederzeit sichergestellt sein.
MELDUNGEN
NOTE: partition partitionname, used as usedescription has 0 length.
Die angegebene Partition hat die Länge 0; daher kann sie nicht
genutzt werden und wird ignoriert.
NOTE: vdiskname is not configured in the kernel.
-- Using configuration from /etc/dktab
Die virtuelle Platte hat keine Kernkonfiguration. Die zugehörigen
physischen Bereiche werden mit dem Flag ? gekennzeichnet.
Seite 5 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
dkmap(8) dkmap(8)
NOTE: configuration for vdiskname differs in kernel and in /etc/dktab
-- Using configuration from /etc/dktab
Die aktuell konfigurierte virtuelle Platte paßt nicht zur
Beschreibung in /etc/dktab. Die zugehörigen physischen Bereiche
werden mit dem Flag ? gekennzeichnet.
NOTE: Don't know about FSType name.
Assuming FS uses entire length of partitionname
dkmap kann die Größe des angegebenen Dateisystems nicht ermitteln
und geht daher davon aus, daß es die ganze Partition nutzen soll.
Die zugehörigen physischen Bereiche werden mit dem Flag ? gekenn-
zeichnet.
NOTE: name can't find size of FS.
Assuming FS uses entire length of partitionname
dkmap konnte die Größe des angegebenen Dateisystems nicht ermit-
teln. Daher geht es davon aus, daß für das Dateisystem die ganze
Partition benutzt werden soll. Die zugehörigen physischen Berei-
che werden mit dem Flag ? gekennzeichnet.
NOTE: currently swapping into partition partitionname
Obwohl diese Partition laut der Swap-Tabelle im Systemkern
genutzt wird, gibt es in /etc/vfstab keinen Eintrag.
NOTE: swap partition 'partition name' not known to kernel
Obwohl die Partition als Swap-Bereich markiert wurde, ist sie
noch nicht mit dem Kommando swap(1M) in die Swap-Tabelle im
Systemkern eingetragen worden.
NOTE: use of partition exceeds length
-- partitionname: len = N, use = N
Die Größe des benutzten Teils einer Partition übersteigt die
Länge des physischen Bereichs. Die zugehörigen physischen Berei-
che werden mit dem Flag ? gekennzeichnet.
NOTE: partition partitionname is marked as available
-- in /etc/vfstab but it is being used
Das Feld usage der zugehörigen physischen Bereiche wird in
<?avail?> geändert.
NOTE: can't find a partition for an unused block range
-- block range <N,M> on diskname
Bei der Ermittlung der unbenutzten Teile der Platte konnte dkmap
keine Partition finden, in der der angegebene Blockbereich ent-
halten war.
Seite 6 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
dkmap(8) dkmap(8)
SCHWERE FEHLERMELDUNGEN
Can't parse vdisk name (vdiskname)
Der Pfadname der virtuellen Platte hat nicht das Standardformat
(/dev/vd/vdiskNN).
Cannot continue without virtual disk information
Die Bibliotheksroutine zur Analyse von /etc/dktab wurde mit einem
Fehler beendet. Überprüfen Sie die Konsistenz von /etc/dktab mit
dem Dienstprogramm dkconfig.
Cannot find physical disk (partitionname) for vdisk vdiskname
Beim Versuch, physische Bereiche einer virtuellen Platte zuzuord-
nen, wurden Fehler festgestellt. Überprüfen Sie die Konsistenz
von /etc/dktab mit dem Dienstprogramm dkconfig.
Could not find a root file system entry
partitionname is not the root filesystem currently mounted
Die Root- und Swap-Bereiche werden zwar automatisch vom System-
kern ermittelt, sollten aber zusätzlich in /etc/vfstab definiert
werden. dkmap stellt (wie andere Dateisystem- und E/A-
Dienstprogramme) sicher, daß diese Einträge in /etc/vfstab vor-
handen sind. Diese Diagnosemeldung ist besonders nützlich, wenn
das System von einer anderen Partition aus gebootet wird oder der
Systemkern so konfiguriert ist, daß nicht die Standard-Root- und
Swap-Bereiche benutzt werden.
Offset + length for exceeds partition size
Der Offset und die Länge, die für die Partition angegeben wurden,
liegen außerhalb der Partition.
No disk found for partition being considered (partitionname)
Der angegebene Partitionsname kann keiner der Platten im System
zugeordnet werden.
Die übrigen Meldungen, die von dkmap ausgegeben werden, sind selbst-
erklärend.
DATEIEN
/dev/CCCN/[r]Xdisk[0-9]*s[0-15]
Die Pfadnamen der physischen Plattentreiber
/dev/vd/[r]vdisk[0-9]*
Die Pfadnamen der virtuellen Plattentreiber
/etc/dktab
Die Konfigurationsdatei der virtuellen Platte
/etc/vfstab
Die Konfigurationsdatei des Dateisystems
Seite 7 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
dkmap(8) dkmap(8)
SIEHE AUCH
swap(1M), dktab(4), vfstab(4), vdisk(7), dkconfig(8), dkpart(8).
Seite 8 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98