initlog(1M) initlog(1M)
NAME
initlog - Protokollierung der Konsol-Ausgaben
SYNTAX
/sbin/initlog shellscript
BESCHREIBUNG
Das Programm initlog protokolliert die Ausgabe eines beliebigen Shell-
skripts. Es wurde speziell zur Protokollierung aller Konsol-Ausgaben
zur Zeit des Startup/Shutdown geschaffen. Hierzu wird mittels Pseudo-
Terminals die Ausgabe des angegebenen Shellskriptes dupliziert und
gegebenenfalls nach /dev/osm [vgl. osm(7)] gelenkt.
Nach Ablauf des Shellskripts wird initlog beendet. Es sei denn, es
werden vom Shellskript Dämon-Prozesse ohne Ausgabeumlenkung im Hinter-
grund gestartet. In diesem Fall wird der Standardausgabeprozeß von
initlog erst beendet, wenn kein Prozeß den Standardausgabekanal mehr
geöffnet hat.
Die Ausgabe wird zur Protokollierung zeilenweise dem Treiber /dev/osm
übergeben. Standardmäßig erhält jeder Protokolleintrag einen Zeitstem-
pel und eine Signatur (Name des Shellskriptes).
ARGUMENTE
shellscript
Ist ein beliebiges, vom Benutzer angelegtes ausführbares Shell-
skript, dem seinerseits Optionen und Argumente mitgegeben werden
können.
Die Datei /etc/default/initlog
Die Parameterisierung von initlog wird über die Datei
/etc/default/initlog gesteuert. Die Parameter in dieser Datei haben
folgenden Aufbau:
Format 1: VARIABLE=Wert
Format 2: shellscriptVARIABLE=Wert
Einstellungen im Format 1 wirken global. Dagegen wirken Einstellungen
im Format 2 nur für das angegebene Shellskript, haben aber höhere
Priorität gegenüber globalen Einstellungen.
Mögliche Angaben für VARIABLE sind:
SHELL Angabe der gewünschten Shell. Ist keine Shell angegeben,
dann wird als Voreinstellung /sbin/sh eingetragen.
TIMESTAMP Ausgabe eines Zeitstempels vor jede protokollierte Zeile.
Mögliche Werte:
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initlog(1M) initlog(1M)
0 kein Zeitstempel
1 mit Zeitstempel (Voreinstellung)
LABEL Angabe einer Signatur in der Protokollzeile. Als Vorein-
stellung wird der Name des Shellskriptes genommen. Zur
Unterdrückung der Signatur wird hinter dem Schlüsselwort
keine Angabe gemacht.
LOGFILE Angabe einer alternativen Protokolldatei. Voreinstellung
ist der Treiber /dev/osm.
Die Protokollierung wird abgeschaltet, sobald vom Skript ein Steuer-
zeichen (ESC-Sequenz) ausgegeben wird (z. B. mittels vi oder sysadm).
Die Protokollierung kann auch explizit ein- bzw. ausgeschaltet werden.
Hierzu sind von dem Shellskript die folgenden Schlüsselbegriffe inklu-
sive Zeilenumbruch (\n) auszugeben:
InItLoG OfF Protokollierung aus
InItLoG On Protokollierung ein
Die übergebenen Parameter werden an das Shellskript weitergegeben.
Die Protokolleinträge in /dev/osm werden vom Systemlogging übernommen.
BEISPIELE
In der Datei /etc/default/initlog ist folgende Variable gesetzt:
tshSHELL=/sbin/ksh
Das benutzereigene Skript tsh hat folgenden Inhalt:
#!/sbin/sh
echo Hello World
Nach Ausführung von tsh wird am Bildschirm folgendes ausgegeben:
Hello World
In diesem Fall erfolgt keine Protokollierung.
Enthält das benutzereigene Skript tsh dagegen folgende erste Zeile:
#!/sbin/initlog
echo Hello World
wird nach Ausführung von tsh wird am Bildschirm gleichfalls ausgege-
ben:
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initlog(1M) initlog(1M)
Hello World
Zusätzlich erfolgt aber eine Protokollierung in der Datei
/var/adm/log/osm [vgl. osm.conf(4)]. Mit dem Kommando
tail -1 /var/adm/log/osm
wird dann z. B. folgendes gemeldet:
Jun 27 11:43:48 tsh Hello World
Der Protokollzeile vorangestellt sind der Zeitstempel (= Voreinstel-
lung) und die Signatur (Voreinstellung: Name des Shellskripts).
HINWEISE
Das Kommando initlog wird zur Protokollierung der Ausgaben während der
Systemintialisierung benutzt.
Die Datei /etc/default/initlog ist optional und standardmäßig nicht
vorhanden.
Die Ausgabe des von initlog ausgeführten Shellskript und dessen
Subskripte/Programme sollte nur nach Standardeingabe, Standardausgabe
und Standardfehler (stdin, stdout, stderr) erfolgen.
WARNUNG
Es dürfen auf keinen Fall unterschiedliche Eingabewege desselben Ein-
gabegeräts (z. B. /dev/console und stdin) verwandt werden. In diesem
Fall würde der Eingabestrom willkürlich auf beide Wege verteilt wer-
den.
DATEIEN
/etc/default/initlog
/dev/osm
/var/adm/log/osm
/sbin/sh
SIEHE AUCH
ksh(1), sh(1), syslogd(1M), osm.conf(4), console(7), osm(7).
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